Unsere meist verarbeiteten Leder-Qualitäten:

Vollrindleder
Bei Vollrindleder sieht man den natürlichen Narben der Haut, bzw. der Hautoberfläche. Die Farbe ist transparent durchdringend eingefärbt, damit diese Natürlichkeit auch erhalten bleibt. Es ist meist geschmeidig und hat diesen besonderen Griff, den man sofort erkennt. Es handelt sich bei diesem Leder um das Beste vom Besten. (Man sagt, im Volksmund, je älter es wird, desto schöner und geschmeidiger wird es, oder dieses Leder kann man noch vererben!) Beispiele für Vollrindlederfarben

Rindspaltleder
Bei Rind-Spaltleder handelt sich um die darunter liegenden Schichten mit den echten Rinderhautfasern, jedoch ohne die oberste Hautnarbenschicht. Die Oberfläche wird glattgeschliffen und die Farbe mittels Farbpistole aufgebracht. Weitere Veredelung durch raffinierte Prägungen ergeben schönes Aussehen und interessante Variationsmöglichkeiten und machen es daher zum meist verarbeiteten Leder im Damenbereich. Außerdem handelt es sich bei Rindspaltleder um die preiswertere Alternative zum Vollrindleder.

Beispiele für verschiedene Rindspaltleder-Farben

 

 

ALLGEMEINE KLEINE LEDERKUNDE

 

Leder ist die allgemeine Bezeichnung für gegerbte Häute und Felle von zahmen oder wildlebenden Tieren, deren ursprüngliche Faserstruktur im wesentlichen erhalten bleibt. Die Naturmerkmale in Rinderhäuten, wie z.B. Dornenhecken-, Stacheldraht- oder Risse sowie Vernarbungen, bei naturbelassener oder nur leicht pigmentierter Ware noch sichtbar, sind keine Fehler, sondern Kennzeichen des echten Naturprodukts und beeinträchtigen weder Haltbarkeit noch Qualität. Das Naturprodukt Leder garantiert eine lange Lebensdauer. Es ist strapazierfähig und verhältnismäßig pflegeleicht. Gegen mechanische Einwirkungen hat Leder eine widerstandsfähige Oberfläche. Die Eigenschaften werden im wesentlichen durch die Beschaffenheit des Fasergefüges, den Gerbprozess und die Zurichtung erzielt.

 

Zur Lederherstellung wird die von Haaren, befreite Rinderhaut mit Hilfe unterschiedlicher Gerbstoffe nach verschiedenen Gerbverfahren umgewandelt. Dabei wird das Leder elastisch und geschmeidig, sowie wasser- und fäulnisbeständig. Danach erfolgt das Glätten der Haut und nun kann die Umwandlung in Leder erfolgen. Zuletzt erfolgt die Veredelung durch Fettung und Färbung der Lederhaut.

 

Vor dem Färbevorgang müssen die Häute je nach Lederart vorbehandelt werden.
In Intensiven Waschprozessen wird die Rind-Haut nass zugerichtet und ist deshalb sehr dick vollgesogen. Die Dickenkorrektur erfolgt durch das Abwelken der Feuchtigkeit des Rohleders mittels Walzentechnik und Trocknung. Die teilweise getrockneten Leder werden mit einer Falzmaschine abgehobelt und so auf eine gleichmäßige Stärke gebracht. Auf der Rückseite noch befindliche Unebenheiten werden entfernt.

 

Besonders Rinderhäute, die eine für die Lederherstellung zu große „Dicke" aufweisen, müssen gespalten werden. Mittels Bandmesserspaltmaschinen werden die Häute in mehrere Schichten zerlegt. Dieser Vorgang kann vor oder nach dem Gerben erfolgen. Hierbei unterscheidet man:

 

Narbenspalt (Voll-Leder aus dem Spaltteil der Haut, der die Narbenschicht trägt) - "Vollrindleder"

 

Fleischspalt (ohne Narbenschicht, handelsübliche Bez. Spaltleder)

Mittelspalt (ohne Narben- und Fleischseite)